Der Nordfriesische Weg zum klimafreundlichsten Kreis bis 2020:
1. Mit Grüner Energie*
..............................2. Zu Hause wohnen**
..........................................................3. Mobil sein***
..............................................................................................4. Sich einmischen****
Haus am Wind
Der Kreis Nordfriesland hat in zwei wichtigen Politikfeldern eine Vorreiterrolle in Schleswig-Holstein inne - nämlich beim Klimaschutz und beim Umgang mit dem demografischen Wandel. Daran sind die nordfriesischen Grünen nicht ganz unbeteiligt;-)

Die Konzepte (Klimaschutzkonzept und Masterplan Daseinsvorsorge) wurden mit finanzieller Förderung des Bundes fertig gestellt und der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Sie sind über die Kreisgrenzen hinaus anerkannt und wurden bereits mehrfach prämiert. Seit ca. einem Jahr suchen Kreispolitik und Kreisverwaltung Wege zur Umsetzung der darin vorgeschlagenen Maßnahmen.

Dabei wird allen Beteiligten zunehmend klar, wie notwendig und zugleich schwierig es ist, unsere Bevölkerung bei der Umsetzung dieser Maßnahmen einzubinden und zu beteiligen. Um diesen Zielen in den nächsten fünf Jahren ein Stück näher zu kommen schlage ich vor, die Bereiche Klimaschutz, Daseinsvorsorge, Mobilität, Wirtschaftsförderung und Bürgerbeteiligung
zusammen zu denken und gemeinsam den nordfriesischen Weg zu gehen.

Ziele und Schwerpunkte dabei sind

..- die Schaffung von energieoptimiertem, barrierefreien Wohnraum im Kreis NF,

..- der Erhalt öffentlicher, CO2-armer Mobilität mit Kernlinien und Zubringerverkehren,

..- die Bereitstellung möglichst vieler Angebote des täglichen Bedarfs in zumutbarer Entfernung

[und das alles bei schrumpfender und alternder Bevölkerung!].


Klimafreundlichster Kreis Deutschlands kann man natürlich nur werden, wenn ein Vergleich (ein Benchmarking) möglich ist. Das weltweit agierende Klima-Bündnis arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, diese Vergleichbarkeit mittels eines Internet-Tools herzustellen, das bis Ende 2015 fertig gestellt und intensiv getestet sein wird. Die Testphase wird im Jahr 2014 stattfinden, wofür der Kreis Nordfriesland sich unbedingt als Testkandidat zur Verfügung stellen sollte
(link zum Klimabündnis-Benchmarking).
Haus von 1958 wartet auf altersgerechten, energieoptimierten Umbau Der Anfang ist gemacht!
....... Dieses Haus wartet dringend auf den altersgerechten, energieoptimierten Umbau. ...... Hier ist der Anfang schon gemacht! Man sollte nach vorne denken und jetzt das Haus
..................................................................................................................................................................... fit machen, damit man möglichst lange und bezahlbar darin wohnen kann!
*Zu 1: Grüne Energien sind für mich: Einsparung, Effizienz, Erneuerbare (Wind / Sonne / Biomasse - nachhaltige Nutzung, Fruchtfolge, Schutz der Böden, Schwerpunkt auf Abfall- und Reststoffen, Wärmekonzept / Geothermie), Kraft-Wärme-Kopplung und Energiespeicher, die die Energiewende voranbringen und mit denen man hier im Norden umweltfreundlich Geld verdienen kann.

**Zu 2: Der energieoptimierte barrierefreie Haus(um)bau - zur rechten Zeit durchgeführt - schafft Unabhängigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter und ist die Zukunftschance für das nordfriesische Handwerk. Er ist eine innovative Verknüpfung von Maßnahmen zum Umgang mit dem demografischen Wandel und dem Klimawandel, ist gleichzeitig Wirtschaftsförderung und wäre darüberhinaus als kreisweit betriebene Kampagne in Schleswig-Holstein einmalig, was natürlich auch die Förderfähigkeit dieses Ansatzes erhöht.

In besonderem Maße und doppelt sinnvoll wäre es, dabei verstärkt neuartige, Generationen übergreifende Wohnformen zu fördern und auf den nordfriesischen Weg zu bringen, um die Wohnqualität zu verbessern und die Zahl der Einzelhaushalte zu verringern.

***Zu 3: Das von der Grünen Fraktion beantragte Mobilitätskonzept wird den ÖPNV in unserem Kreis wahrscheinlich notgedrungen einschränken auf zentrale Kernlinien für [E-]Bus - Bahn - Schiff, die nicht mehr die ganze Fläche abdecken werden, sondern nur gemeindeübergreifende Funktionsräume bedienen können. Zu diesen Kernlinien werden dann die Menschen durch Zubringer wie z. B. Bürgerbus, Ruf-/Sammeltaxis und [E-]Fahrräder fahren bzw. gebracht werden.

[Kurzfristig realisierbar wäre hierbei in Zusammenarbeit mit der Radstation Husum die Bereitstellung von Fahrrädern an den Bahnhöfen in Husum und Bredstedt, so dass PendlerInnen, SchülerInnen und Kreistagsabgeordnete relativ bequem, umweltfreundlich, kostengünstig und abschließbar ihre Ziele erreichen könnten. Die Räder würden dann von den Mitarbeitern der Radstation gewartet].

Diese Kombination von Kernlinien und Zubringerverkehren wird eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und der Mobilität in der Fläche unter den Bedingungen der veränderten Bevölkerungsstruktur zur Folge haben.

In Tourismusorten sollten die Busse über die Kurkarte mitfinanziert werden und für die Gäste ansonsten kostenfrei sein, was sich sehr gut jetzt im Zuge der anstehenden Umstrukturierung von Kurtaxe und Tourismusabgabe integrieren und organisieren ließe.

Das [E-]Fahrrad wird sich zum Sympathieträger für den zukunftsträchtigen Slow-Tourism entwickeln und sollte in Bezug auf Radwege, Rastplätze, Mitnahmemöglichkeiten in Bus und Bahn, Beschilderung, Ladestationen und Vermarktung entsprechend gefördert werden.

Zur Finanzierung der Zubringerverkehre sollte der Kreis seinen Teil aus den Mitteln des internen Finanzausgleichs beitragen. Der hat zum Ziel ungerecht verteiltes Gewerbesteueraufkommen .
- oft durch die ungleiche Verteilung der Windeignungsflächen bedingt -. gerechter auf die nordfriesischen Gemeinden zu verteilen. Nach jetzigen Plänen soll ein Teil des Geldes aus der Kreisumlagenerhöhung ärmeren Gemeinden zur Straßensanierung zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich dazu wäre es sinnvoll, wenn aus diesem Topf im Rahmen der Ausgleichs- und Ergänzungsfunktion des Kreises auch neue Entwicklungsimpulse im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs finanziell unterstützt und gefördert würden, ohne den Kreishaushalt zu belasten, z. B. im Rahmen einer Anschubfinanzierung von Bürgerbusprojekten.

Darüberhinaus werden wir mit diesem neuartigen und zukunftweisenden Mobilitätskonzept Interesse und Aufmerksamkeit der neuen Landesregierung wecken, so dass die ihren vereinbarten ÖPNV-Schwerpunkt im Verkehrsbereich sicher gerne in Nordfriesland umsetzen helfen wird. Und da die finanziellen Mittel auch beim Land begrenzt sind, ist es gut, dass wir schon Ende des Jahres Konzepte vorlegen können, denn auch alle anderen Kreise haben große Probleme mit ihrem öffentlichen Personennahverkehr.
Fahrrad mit Sonne Bürgerbus ÖPNV Bus Zug
****Zu 4: Die Umsetzung dieser Projekte kann nur klappen, wenn in Nordfriesland endlich eine Bürgerbeteiligung entwickelt wird, die ihren Namen verdient, das heißt, wenn die BügerInnen es als lohnend erachten sich zu beteiligen und sich einzumischen.

Sich ausschließlich in Einwohnerfragestunden äußern und bei Bauvorhaben Eingaben machen zu dürfen, reicht heute nicht mehr aus. Der gängige Weg sich über Parteien einzubringen erscheint vielen aus den unterschiedlichsten Gründen als wenig reizvoll.

Die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern durch Veranstaltungen vor Ort, kombiniert mit Internet-Beteiligungsformen sind das Gebot der Stunde und auch schon von einigen Kommunen erprobt, deren Erfahrungen man sich zunutze machen kann.

Erfolg versprechend wäre es mit einer Zukunftskonferenz zu beginnen, bei der 64 zufällig ausgewählte BürgerInnen aus acht "Branchen" an mehreren Tagen in wechselnden Gesprächs- runden über die Chancen und Probleme des Klimaschutzes in unserem Kreis diskutieren und Empfehlungsbeschlüsse fassen. Vorher muss von den politischen Gremien des Kreises eine klare Aussage darüber getroffen werden, wie sie mit diesen Empfehlungen umgehen wollen. Bei positivem Verlauf solcher BürgerInnenbeteiligung ist eine Ausweitung auf andere Bereiche von Kreispolitik und -verwaltung denkbar.
Buergerbeteiligung
Dieser Ansatz 'klimafreundliches Nordfriesland' ließe sich auch gut über ein fortschrittliches Tourismuskonzept vermarkten.

Dies sind zusammengefasst meine Vorschläge zur Weiterentwicklung unseres Kreises, die aus intensiven Gesprächen und vielen Anregungen von innerhalb und außerhalb der Politik in meiner Tätigkeit als grüner Kreistagsabgeordneter seit 1995 entstanden sind, besonders in den letzten drei Jahren, in denen ich in meiner neuen Funktion als stellvertretender Landrat tiefere Einblicke in die Zusammenhänge nehmen durfte. Über Rückmeldungen, Anregungen, Lob und Kritik zu diesen Vorschlägen würde ich mich freuen.
Uwe Schwalm
Impressum:
Uwe Schwalm
Ladestr. 2
25881 Tating
Tel. 04862/102010
uwe.schwalm@t-online.de

Grüne Fraktion Kreistag NF

Husum 1. März 2013
Landrad
Bürgerbus Ladelund
Elektromobilität NF
Radstation Husum
Klima-Bündnis e. V.
Stromspeicher Braderup
Klimakonzept NF
Masterplan DV
Zukunftskonferenz
1a Bürgerbeteiligung
Stiftung Mitarbeit
19 Maßnahmen
Klimakreis NF
Videos Klimakongress
Grüne Nordfriesland